Ist es Okay, mit dem Leiden anderer Menschen Geld zu verdienen?
Diese Frage durfte ich mir als MPA, Pflegefachfrau, Rettungssanitäterin und Coach immer wieder anhören. Meistens verpackt in einem Witz. Vielleicht war es auch als blöder Spruch gemeint, doch auf jeden Fall hat diese Frage jedes Mal in mir etwas ausgelöst.
Ein Teil, der sich schuldig fühlt, weil es anderen schlecht geht.
Gibt es Menschen, die bewusst das Leid anderer ausnutzen und sie in der Opferhaltung behalten wollen, um Geld zu verdienen? – Klar gibt es das. Um dies zu erkennen, müssen wir nur die Welt anschauen.
Gibt es Menschen, die das Leid anderer unbewusst nutzen, um Geld zu verdienen? Sie vielleicht auch unbewusst in einer Opferspirale halten wollen? Sie von sich abhängig machen? – Klar. Auch das gibt es. Wir alle haben es wahrscheinlich schon mal getan. Aus Angst jemanden zu verlieren. Aus Angst, dass der andere sich verletzt oder zu weit aus dem Fenster lehnt.
Auch ich habe es schon getan. Allerdings eher nicht im Zusammenhang mit meiner Arbeit.
Die Menschen, die zu mir gekommen sind, hatten zum Teil Probleme, unter denen sie massiv litten. Zum Teil mussten sie durch unvorstellbare Herausforderungen und haben Verletzungen erlebt, die wir uns nicht vorstellen können. Doch meine Intention war es nie, sie in diesem Leiden und in ihren Problemen zu halten, um mit ihrem Leid Geld zu verdienen.
Meine Intention, egal ob als Pflegefachfrau, Rettungssanitäterin oder Coach, war es immer die Menschen darin zu unterstützen, dass sie möglichst schnell wieder eigenständig ihren Weg gehen können.
Heute sehe ich meine Aufgabe darin, Menschen zu unterstützen aufzublühen. Eigene Entscheidungen zu treffen. Dafür erschaffe ich ein nährendes Feld. Stelle Tools, meine Zeit und Ressourcen zur Verfügung die sie zum Wachsen bringen können.
Ich hole nicht das Geld von Opfern oder Leidenden, sondern die Menschen, die zu mir kommen, bezahlen meine Dienstleistungen, meine Zeit und meine Produkte, um aus dem Opferdasein und dem Leiden aussteigen zu können. Zudem kommen viele zu mir, weil sie etwas lernen wollen, was ich teilweise oder ganz schon gelernt, gemeistert habe.
Diese Eingang-Frage war für mich sehr wertvoll. Sie hat mich zum Nachdenken angeregt und ich hatte die Möglichkeit zu überprüfen, ob ich meine Arbeit noch aus der richtigen Haltung heraus mache. Bis heute kann ich diese Frage mit einem überzeugten Ja beantworten.
Meine Intention ist und bleibt, Menschen auf ihrem Herzensweg zu unterstützen. Ihnen für einen gesunden Lifestyle alltagstaugliche Interventionen aufzuzeigen, sie in der Kommunikation zu stärken und ihnen ein nährendes Feld für Selbstermächtigung bieten.
Danke, dass du deinen Herzensweg gehst!
Von Herz zu Herz
Alexandra
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